Die Welt verkündete Gestern, dass Manuela Schwesig dass sie gleich nach ihrer Babypause mit ihrem Entgeldtransparenzgesetz ernst machen will:

… diesmal weiß Frauenministerin Manuela Schwesig (SPD) das Grundgesetz auf ihrer Seite. „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“, steht da. Der Umsetzung dieses Grundrechtes könne sich doch niemand, der in der Politik tätig ist, verschließen, sagt die Ministerin. Wer wollte da widersprechen?

Und deshalb hat Schwesig jetzt kurz vor dem Start in ihre Babypause, die Ende Januar beginnt, ihren nächsten wichtigen Gesetzentwurf vorgelegt, nach der Frauenquote der wahrscheinlich dickste Brocken ihrer Amtszeit: Das „Gesetz für mehr Lohngerechtigkeit zwischen Frauen und Männern“, mit dem endlich die immer noch erhebliche Einkommensdifferenz zwischen Männern und Frauen beseitigt werden soll.

Vor allem ihr Argument, wie dieses Gesetz den Equal Pay Day an den Jahresanfang schieben soll, ist natürlich niedlich:

„Wie soll ich als Frau gut verhandeln, wenn ich nicht weiß, was rechts und links von mir bezahlt wird?“

Da frage ich mich doch „Ja wie machen dass denn die Männer, wenn sie immer so zielsicher 22% mehr als die Frauen verlangen und bekommen?“

Nein. Frage ich mich natürlich nicht, denn dass Männer 22% mehr für gleich Arbeit bekommen glaube ich natürlich ebensowenig wie Frau Schwesig oder das Statistische Bundesamt, welches zur Errechnung der 22% natürlich Putzfrauen mit Ingenieuren und allen anderen Berufen ein einen Topf wirft und daraus den Durchschnitt errechnet. DAS hat nicht im entferntesten etwas mit „Gleicher Arbeit, Ausbildung oder Berufserfahrung für gleiches Geld“  zu tun. Und dass Männer sich gerne dreckige und gefährliche  aber besser bezahlte Jobs suchen hat nichts mit sexueller Diskriminierung zu tun. Es steht jeder Frau auch frei, z.B. Sprengmeister zu werden. Alte Fliegeromben entschärfen wird super bezahlt und zu 95% der Zeit machen die nichts anderes als üben. Warum solche Jobs bei Frauen so wenig Akzeptanz (9,9%) finden verstehe ich nicht.

Das einzige worüber ich mich bei diesem Zahlenspiel ja wirklich wundere, ist dass bei so einer Berechnung NUR 22% rauskommen. Werden Ingenieure inzwischen wirklich so schlecht und Putzfrauen so gut bezahlt?

Im Prinzip habe ich natürlich nichts dagegen, wenn Gehälter offen gelegt werden. Ich finde dieses Gewese „über Geld spricht man nicht“ ja eher nervig, denn ich wüßte manchmal auch gerne, ob ich mich in einem Projekt unter Wert verkauft habe. Von mir aus kann man es auch wie in Schweden machen, wo man sich die Steuererklärung des Nachbarn im Internet durchlesen kann.

Wenn man Gehälter Transparent machen will, dann sollten die Gehälter doch bitte zusammen mit den Wochenarbeitsstunden, Ausbildungsstand und Berufserfahrung des Mitarbeiters offen legen, damit jene, die sich benachteiligt fühlen wollen, das Wissen um den Gehaltsunterschied auch richtig einsortieren können.

Die Gender Work Gap ist nämlich noch schlimmer als die Gender Pay Gap: Männer arbeiten im Schnitt 39,6 Stunden pro Woche. Frauen 30,3. Frauen arbeiten also 23% weniger Männer. Der Equal Work Day wäre also am 27.03. im nächsten Jahr.

Wenn Frauen bis zum 27.03 nicht arbeiten, wundert sich wirklich jemand darüber, dass sie bis nach der ewig wiederholten Equal Work Day-Legende zum 21.03 nicht bezahlt werden?

Also ich nicht.

3 Antworten zu „Equal Pay vs. Equal Work“

  1. Avatar von Mirco Geyer
    Mirco Geyer

    Frauen arbeiten eben nicht 23% weniger als Männer. Da sie früher in Rente gehen öfter krank sind als Männer arbeiten sie im Schnitt 30% weniger! Arbeitszeit Studie Hans-Böckler-Stiftung 2015. Frauen verdienen also im Endeffekt bereits besser als Männer.

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    1. Avatar von Matze
      Matze

      Fakten dienen nur der Unterdrückung. Wichtig ist was Frauen fühlen! Und da VERDIENEN sie nie genug. ^^

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  2. Avatar von derdiebuchstabenzaehlt

    „… diesmal weiß Frauenministerin Manuela Schwesig (SPD) das Grundgesetz auf ihrer Seite. “

    Sonst nicht oder wie? Die schreiben aber auch einen Unsinn … 🙂

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