Man mag es Ironie des Schicksals nennen. Ein halbes Jahr nachdem Kritiker vom #TeamGinaLisa sowie Kritiker der Verschärfungen des Sexualstrafrechts als Vergewaltigungsbefürworter abgestempelt wurden, berichtet die Legal Tribune Online darüber, dass ein überzeugter Anhänger dieser Verschärfungen – der 24 Jurastudent und Grünenpolitiker Max Hieber – ausgerechnet in einem Seminar über ebendieses Sexualstrafrecht, mit Vorwürfen der Vergewaltigung konfrontiert sieht.
Hier hat es gleich mal den Richtigen erwischt, mag man sagen, auch wenn er grundsätzlich natürlich mein Mitgefühl hätte, sollten sich die Vorwürfe als falsch herausstellen. Mal sehen, ob es denn noch so weit kommt, dass er dem Staatsanwalt erklären kann, wie er bitte mit einem nicht mehr zustimmungsfähigen, weil alkoholisierten 17-jährigen Mädchen Sex haben konnte. Will er etwa tatsächlich behaupten „Die wollte es doch auch“?
Vor allem würde mich interessieren, wie er beweisen möchte, dass sie noch zustimmungsfähig war? Will er ihr tatsächlich eine ebenso böswillige Lüge unterstellen, wie die Kritiker vom #TeamGinaLisa der ehemaligen GNTM-Kandidatin?
Tja, dumm gelaufen, lieber Max Hieber. Wie sagte es dein Hamburger Parteikollege Michael Gwosdz so schön:
„Als Mann weiß ich, jeder noch so gut erzogene und tolerante Mann ist ein potenzieller Vergewaltiger. Auch ich. Wir Männer müssen uns dessen bewusst sein – nur dann sind wir auch in der Lage, erkennen zu können, wenn sexuelle Gewalt und Nötigung beginnt.“
Hast du wohl nicht gewusst, lieber Ex-Beistzer des Vorstands der Grünen Jugend Bayern. Dein politisches Amt hat dich das Gerücht nämlich schon gekostet. Mal schauen, ob da noch was geht. Vielleicht ist dein 17-jähriges Opfer eine deutsche Emma Sulkowicz und findet noch ein oder zwei andere Frauen, die sich eigentlich nicht erinnern konnten, einem Kuss zugestimmt zu haben, um dich als Serienvergewaltiger an den Pranger zu stellen.
.![TeamGinaLisa[1]](https://sexismusbeauftragter.de/wp-content/uploads/2017/07/teamginalisa1.jpg)
Aber wenigstens haben deine ehemaligen Vorstandskollegen ein schönes mitfühlendes Pressestatement verfasst, in dem sie noch mal feststellen:
„Grundsätzlich ermutigen wir alle Betroffenen sexualisierter und/oder körperlicher Gewalt, eine qualifizierte Beratung aufzusuchen und sich mitzuteilen. Denn ein Schweigen der Opfer schützt die Täter*innen. Wir treten für eine Politik ein, die die Opfer von sexualisierter Gewalt besser schützt und Täter*innen konsequent verfolgt.“
Ich bin sicher, dass du dem voll zustimmen kannst, und dass eine Frau, die sich darüber mitteilt, nie lügen könnte. All das kann doch nur eine Erfindung der – aus Amerika überschwappenden – Rapeculture sein.
Nebenbei bemerkt, stimme ich diesem Zitat deiner Parteikollegen natürlich voll zu. Gerade deshalb will ich, dass Frauen, die lügen (um sich an verflossen Geliebten zu rächen oder seitensprünge zu verdrängen), dafür bestraft werden.
Ich bin mir sicher, dass das der einzige Weg ist, wie wir verhindern können, dass Frauen die eine Vergewaltigung angezeigt werden erstmal einem Lügendetektortest unterzogen werden müssen.
![bmm05[1]](https://sexismusbeauftragter.de/wp-content/uploads/2017/07/bmm051.jpg)

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