Der weibliche Funk-Youtuber Alice Joe hat sich wohl etwas zu weit aus dem Fenster gelehnt, als sie das Scheitern des Gendersternchen vorausgesagt hat.
In einem Follow-up-Video, wo sie in Form der klassischen Hexenprozesse vier Vollblut-Genderern aus der erweiterten Funk-Gemeinde gegenüber sitzt, soll sie nochmal ihre Blasphemie rechtfertigen.
Neben der schrägen Weltwahrnehmung, der Diskussionsrunde, die offensichtlich glaubt, die Mehrheitsverhältnisse diese Runde wären irgendwie gesellschaftliche repräsentativ, ist es vor allem eine Verschwörungstheorie von Sascha Lobo, die dieses Video unterhaltsam macht (ab Minute 11):
„Ich erlebe eher, dass das Vorschreiben andersrum passiert. Dass wenn ich irgendwo gendere Leute sagen ‚Was du genderst. Bist du bescheuert?‘ Also würde ich sagen im Moment, die Aggression, die ich hier gerade erfahre, die hat sehr viel mit „du möchtest mir was vorschreiben“ zu tun. In unserem Podcast haben wir uns entschlossen, wir Gendern in unserem Podcast.
Die ersten 10 oder 15 Bewertungen waren negativ. Ein Stern und die Leute schreiben dann „ja eigentlich gut, aber scheiße, weil gegendert“ und das Ding ist Moment aber: Niemand zwingt euch das anzuhören. Niemand zwingt euch, das gut zu finden. Und mir kommt es eher so vor, als würden die Leute um Gottes Willen nicht, dass man gendert. Die wollen uns was vorschreiben. Das bloße Gendern empfinden sie schon als Angriff auf ihr mühsam zusammen geklöppeltes Weltbild.“
Mit dieser interessanten Verschwörungstheorie, lieber Sascha Lobo, hast Du Dir ernsthaft den Aluhut am Band verdient:
Und auch wenn Du wahnsinnig bemüht bist, Dir die Attitüde des Märtyrers zu verpassen, der gegen die Heerscharen von Häretikern besteht, aber die Leute tun nichts anderes, als die Macht des Marktes zu nutzen. Die sagen
„Eigentlich interessant, aber nicht gut genug, damit ich es mit in Genderneusprech antue.“
Sie tun nichts anderes als ihre Meinung als Konsument kundzutun, in dem sie Dir als Contentprovider sagen: „Damit bekommst du von mir keinen Klick und keine Werbeeinnahme mehr.“
Stellen wir uns vor, Aktivisten verbreiten die Meinung, die Verwendung von ursprünglich afrikanischen Kolanüssen in Coca Cola wäre Fortschreibung der Sklaverei und Cultural Appropriation, weil nur Afrikaner das Extrakt ihrer Nüsse nutzen dürfen. Stellen wir uns außerdem vor, Coca Cola käme tatsächlich auf die Idee, das Extrakt der afrikanischen Kolanuss, gegen die Exkremente von amerikanischen Ratten auszutauschen. Wenn potenzielle oder ehemalige Kunden auf der Coca-Cola Facebook-Seites nun schreiben würden:
„Eigentlich ist Coca Cola toll, aber nur mit Kolanuss. Sorry euren Rattendreck kaufe ich nicht mehr.“
Wie würde Coca Cola wohl damit umgehen? Was wurden die sagen?
Würden die eine Pressemitteilung raushauen, die in etwas so aussieht?
„Niemand zwingt euch Coca Rattendreck gut zu finden. Uns kommt es so vor, als wollten die Leute um Gottes Willen nicht progressiv werden und sich an die rassistische Kolanuss klammern. Die wollen The Coca-Cola Company etwas vorschreiben. Den bloßen Gedanken an Rattendreck empfinden sie schon als Angriff auf ihr mühsam zusammengeklöppeltes Weltbild“
Nein, im Gegenteil: The Coca-Cola-Company würde anderen Menschen für so eine Marktforschung viel Geld bezahlen, weil die Ihr Geld mühsam verdienen müssen und wissen wollen, warum ihr Produkt keine Abnehmer findet. Die wollen wissen, warum sie von den 10 % der woken Konsumenten nicht leben können. Die unterstützen Cola Rattendreck zwar moralisch, aber die haben sie schon nicht gekauft, als sie noch mit Kolanuss produziert wurde. Insofern waren die 10 % sowieso nie eine wirtschaftlich relevante Zielgruppe. Aber das will The Coca Cola-Company wissen, damit sie aus ihren Fehlern lernen können.
Und genau das liefern dir die Menschen, denen du ein „mühsam zusammengeklöppeltes Weltbild“ in ihren Kommentar projizierst.
Als jemand, der sich mit seiner Cancel-Aufforderung an den Rowohlt Verlag schon zum Rufmordgehilfen gemacht hat, hast du ein merkwürdiges Verhältnis zur Kritik.
Wenn ein weniger woker Mann sich in einem Twitterkommentar so penetrant in seiner Opferrolle suhlte, wäre der erste Kommentar von Menschen wie dir #fragilemasculinity. Und das nur, weil dich potenzielle Kunden wissen lassen, warum sie jetzt nicht mehr deine Kunden sind? Langsam glaube ich die Reaktion von Woken, die unter jeden Problembericht eines Unwoken #fragilemasculinity schreiben, ist auch nur eine Projektion, mit der sie anderen, die vielleicht ein real existierendes Problem ansprechen möchten, ihre eigene Heulsusen-Mentalität unterstellt,
Die wollen dich dazu zwingen, nicht mehr zu gendern?
Falsch, Sie sagen nur das sie dein Gendern affektiert, doof oder irgendetwas anderes finden. Wenn Du mit Kritik nicht umgehen kannst, solltest Du aufhören, Deine Meinung im öffentlichen Raum zu verbreiten. Du kannst trotzdem weiter Gendern. Du solltest nur nicht herumjammern, wenn du nur noch 10 % deines potenziellen Publikums erreichst. Vielleicht möchtest du ja lieber den Konsumenten zwingen, sein Virtue Signalling gut zu finden und projizierst einfach nur deine innere Sprachpolizei auf andere?
Es gibt tatsächlich nur zwei Möglichkeiten, damit wie ein erwachsener Mann umzugehen.
- Produziere Content, der so einmalig gut ist, dass die Leute dein Gendern ertragen, um deine Perlen der Weisheit, die du darunter versteckst, trotzdem genießen zu können.
Ich weiß, das ist die anstrengendere Lösung. als sich zum Opfer stilisieren ist definitiv einfacher. - Stay Woke, Get Broke.
Aber das machst du dann aus eigener Entscheidung und gebe nicht in deiner moralischen Überheblichkeit der überwiegenden Mehrheit die Schuld dafür, wenn du an Option 1. gescheitert bist.
Woke Aktivisten scheinen wirklich eine sehr verzerrte Wahrnehmung zu haben, wo nur die eigene Ebene des Meinungsspektrums Opfer sein darf.
Es wäre auch niemand auf die Idee gekommen, Margret Thatcher als Prime Ministress zu bezeichnen.

Kommentar verfassen