Es ist eine Olympiade der Wokeness, bei der mit rasanter Geschwindigkeit immer neue Felder auf den Bullshitbingokarten des gesellschaftlichen Diskurses gefüllt werden. Eine neue Stufe (Na ganz so neu ist sie nicht) liefern einige besonders tugendhafte transinclusive radical Aktivists (#Tira). Sie zeigen ihre Sensibilität (nicht mit dem englischen »Sensible« zu verwechseln) dadurch, dass sie es als transphob bezeichnen, von »Transfrauen« zu reden. Es heiße schließlich trans Frau, denn trans sei schließlich eine Eigenschaft von vielen.
https://twitter.com/nileon09/status/1633845983506472962?s=20
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Bin ich der Einzige, der das Problem in diesem Sprachgebrauch sieht?
Transfrau als Begriff sexueller Identität
Transfrau ist für mich die Bezeichnung für eine sexuelle Identität. Wie »CIS-Mann«. Sie beschreibt einen Mann, der sich nicht im Einklang mit seinem biologischen Geschlecht (im Englischen »Sex«) fühlt. Begriffe wie »Geschlechtsdysphorie« fallen gerne dabei. In der Regel nutzen sie Geschlechtsangleichende Maßnahmen wie Operationen, Hormonmedikation und/oder natürlich Kleidung, um von der Außenwelt als Frau wahrgenommen zu werden. Echte (sprich biologische) Frauen werden sie damit nicht, aber im Alltag fällt es den meisten Menschen heute wohl nicht schwer, sie als Frau zu behandeln. Zumindest bis zu dem Punkt, wo sie noch vorhandene Geschlechtsmerkmale ihres Ursprungsgeschlechtes zur Schau stellen, wie in der Frauensauna, -umkleiden oder -gefängissen.
Trans als Eigenschaft
Künftig sollen wir also nur von »trans« als eine Eigenschaft von vielen reden. So wie groß, dick, klug, schwul. Trans ist die Eigenschaft eines Menschen, der nicht mit seinem Geburtsgeschlecht leben möchte. Kann man machen, aber dann gibt es eigentlich keinen Grund eine »Transfrau« als »trans Frau« zu bezeichnen. Letztlich hat sie keine weitere Eigenschaft, die die Bezeichnung »Frau« als (um den Duden zu zitieren) »erwachsene Person weiblichen Geschlechts« rechtfertigt.
Wikipedia liefert eine dann eine kurze Zusammenfassung der Eigenschaften für »weibliches Geschlecht«:
Bei Menschen wird das weibliche Geschlecht durch vier biologische Kennzeichen bestimmt:
https://de.wikipedia.org/wiki/Weibliches_Geschlecht
- zwei X-Chromosomen, während das männliche Geschlecht nur eines hat
- die Sexualhormone Östrogen und Gestagen
- die primären Geschlechtsorgane Gebärmutter, Eierstöcke und Vagina
- die sekundären und tertiären Geschlechtsmerkmale, die sich im Laufe des Lebens herausbilden, wie die weibliche Brust (siehe Frau, Weiblichkeit, Menschliche Geschlechtsunterschiede)
Eine Transfrau besitzt keine Eigenschaften, welche die Beschreibung als Frau rechtfertigt (abgesehen von einem künstlich herbeigeführten Phänotyp). Ihre Geschlechtsdysphorie wird durch die Eigenschaft »trans« zum Ausdruck gebracht. Die logische Konsequenz wäre, dass »Transfrauen« »trans Männer« sind. Ich weiß nicht, ob das tatsächlich von Geschlechtsdysphorie betroffene Menschen glücklicher macht, aber wenigstens macht der Satz »trans Frauen sind Frauen« dann endlich Sinn, auch wenn diese eigentlich als Mann gelesen werden wollten.
Also liebe Tiras vielleicht denkt ihr noch mal darüber nach, ob euer moralischer Übereifer da nicht über das Ziel hinaus schießt.
Ich werde jedoch trotzdem bei dem Begriff »Transfrau« bleiben. Und solange Transfrauen nicht meinen, ich wäre transphob, nur weil ich kein Interesse an Sex mit einem Penisträger habe, können sie sicher sein, dass ich sie im Alltag wie eine Frau behandle.

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